AGI hochfranken +

Vertreter des bayerischen Mittelstandes verfolgten gespannt die Worte Kirchners beim 5. Unternehmergespräch der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber (Bayme VBM) und der AGI Hochfranken plus.

"Wir müssen uns veränderten Bedingungen stellen", so Herr Patrick Püttner, VBW-Geschäftsführer für Oberfranken, und traf damit genau die Aussage von Kirchners Vortrag.

Die Elektronik kommt an ihre Grenzen, merkte die Referentin an. "An ihre Stelle tritt Photonik und danach wohl sogar die Spintronik." Doch was Dr. Almut Kirchner in ihrem Vortrag "Neue Technologien, neue Werkstoffe, neue Anforderungen - kleiner, schneller, schlauer" vorstellte, war nichts Geringeres als die Zukunft der technologischen Entwicklung. "Es entstehen völlig neue Wertschöpfungsketten", sagte Dr. Hanns-Peter Ohl, Vorstandsvorsitzender der Bayme VBM Oberfranken.

Besonders im Bereich der Nanotechnologie liegt eine der wichtigsten Industrien der Zukunft, wie Kirchner sagte. Laut ihrer Studien bei Prognos, einem Wirtschafts-Forschungsunternehmen, überwiegen aktuell der Fahrzeugbau mit 30 % und der Maschinenbau mit 15 % die bayerische Industrie. "Alle anderen Branchen sind unterrepräsentiert", mahnte die promovierte Physikerin. Das führe zu einer hohen Abhängigkeit von diesen Industriezweigen.

Nanotechnologie soll in Zukunft jedoch nicht nur in Rechnern zu finden sein. Auch ein Einsatz in der Medizin oder in der Materialwissenschaft sei denkbar.

Auch abseits der immer weiter voranschreitenden Verkleinerung der Materialien werde sich die Medizin in Zukunft verändern. "

Lt. Frau Dr. Kirchner, gibt es in Deutschland einen großen technischen Rückstand, was digitale Systeme und digitale Innovation angeht. "Im Bereich Digitalisierung findet fast nichts statt", mahnte Kirchner. "Es gibt keinen Wettbewerber, der Standards setzt." Längst seien in diesem Bereich Unternehmen aus anderen Ländern führend.

"Wir haben eine sicherheitsorientierte Kultur", stellte Kirchner fest. "Vielleicht sollten wir daraus unsere Stärke machen." Deutschland könne beispielsweise bei der Datensicherheit eine führende Rolle einnehmen.

Als eine wahrscheinliche Folge für die Zukunft stellte Almut Kirchner heraus, dass es nicht mehr reichen werde, nur einen Studiengang zu belegen. Denkbar seien bald schon Verknüpfungen mehrerer Studiengänge, etwa von Medizin mit den Ingenieurswissenschaften, Studiengängen in der Datenverarbeitung oder der Mess- und Regelungstechnik. "Die spannendsten Dinge finden an den Schnittstellen statt", zog Almut Kirchner ihr Fazit.

Diese Entwicklungen werden wir Auswirkungen auf die Arbeitswelt haben, Wir brauchen eine solide Ausbildung", forderte Kirchner. Und eben nicht nur in einem Bereich, sondern im besten Fall sogar in mehreren. "Die Möglichkeiten müssen sehr flexibel sein."